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1967: Ist das nicht in München? Oder doch in Montreal?

Wer kennt nicht die Münchener Olympiadächer, die sich über zahlreiche Sportstätten und Freiflächen ziehen und ab 1972 zu einem Symbol moderner deutscher Architektur wurden? Weit weniger bekannt ist, dass diese Dachkonstruktion, eher eine Skulptur, 1967 einen verblüffend ähnlichen Vorläufer hatte, in Gestalt des Deutschen Pavillons auf der Weltausstellung in Montreal (siehe Foto links). Das war natürlich kein Zufall. Denn in beiden Fällen hieß der Architekt Frei Otto, einer der bedeutendsten Vertreter des biomorphen Bauens. Der Pavillon sorgte im fernen Kanada für beträchtliches Aufsehen, bei Besuchern, Medien und den anderen beteiligten Nationen und wurde zu einer der Attraktionen dieser Weltausstellung. Er symbolisierte eine Art „Swinging Germany“, etwas, was man bis dahin von Deutschland nicht gewöhnt war.

Wohl auch deshalb wurde Frei Otto zusammen mit Günter Behnisch beauftragt, das zentrale Münchener Olympiagelände zu bauen. Denn natürlich sollte die Münchener Konzeption ein Gegenentwurf zu Berlin 1936 werden. Dass das gelungen ist, spürt noch heute jeder, der den Olympiapark in München betritt.


Im Werk Frei Ottos gibt es übrigens neben Montreal 1967 noch einen weiteren Bezugspunkt zur Ausstellungsarchitektur. Bereits 1957 bewies er beim Tanzbrunnen für die Kölner Bundesgartenschau, dass er „leicht“ bauen konnte. Die Eventlocation steht übrigens direkt neben dem Kölner Messegelände und wird heute von KölnKongress betrieben, einer Tochtergesellschaft der Koelnmesse und der Stadt Köln.

Und es gab sogar einen personellen Zusammenhang zwischen der EXPO Montreal und dem AUMA. Und zwar war stv. Generalkommissar der deutschen Beteiligung Klaus Freiherr von Mühlen, der ein Jahr nach der Weltausstellung Hauptgeschäftsführer des AUMA wurde.

Foto li.: Deutscher Pavillon auf der EXPO in Montreal 1967 © BIE

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