Studierte Weltenbummler
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Erfolgreiche Messebeteiligung: Gute Ideen zu Ende denken

Nach gut dreißig Jahren sitze ich Mitte Oktober 2014 wieder einmal in einem vollbesetzten Seminarraum unter Studenten in einer Hochschule. 56 Studierende des dualen Studiengangs „BWL/Tourismus“ der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) präsentieren heute ihr Konzept für die Teilnahme der HWR auf der Tourismusmesse ITB im März 2015. Sie haben sich selbst das Label „studierte Weltenbummler“ gegeben und sollen die Messebeteiligung mit allem, was dazu gehört, organisieren. Die Federführung bei diesem Projekt hat Prof. Jörg Soller, außerdem werden die Studenten von weiteren Dozenten unterstützt. Vorbereitet haben sie sich unter anderem in Seminaren zum Thema Projektmanagement, bei Experten aus der Praxis und durch einen Besuch beim AUMA.

Die Studierenden präsentieren ein Konzept wie aus dem Bilderbuch. In mehreren Arbeitsgruppen haben sie alle relevanten Aspekte abgedeckt: Beteiligungsziele definiert und Zielgruppen festgelegt, dazu Budget, Messestand, Pressearbeit, hochschulinternes und -externes Marketing und Sponsoring bedacht. Das Ganze präsentieren sie professionell und souverän. Viel Herzblut und Kreativität sind eingeflossen.

Bei der Gestaltung des Messestandes spielen alte Koffer aus Leder und Stoff eine zentrale Rolle. Tische und Stühle sollen aus Koffern aufgebaut, offene Koffer als Ablage genutzt werden, die Besucher sollen, zum Beispiel bei einem Gewinnspiel, mit den Koffern interagieren. Rund 20 Koffer werden dafür benötigt. Wie es virtuell aussehen könnte (Photoshop sei Dank), zeigt ein Chart in der Powerpoint-Präsentation. In der anschließenden Besprechung folgt der Reality Check zur Umsetzbarkeit: Wo bekommen wir die alten Koffer her? Vom Flohmarkt. 100 Euro sind dafür im Budget eingeplant. Die Universität braucht eine ordnungsgemäße, an sie adressierte Rechnung dafür. – Vor meinem geistigen Auge taucht gerade der Oberhaveler Bauernmarkt in Schmachtenhagen mit Trödelmarkt und Eierbahn auf – Damit können Flohmarkthändler sicher nicht dienen. Wer besorgt die Koffer? Wo bleiben die Koffer nach der Messe?

Professor Soller empfiehlt, das Konzept noch einmal in allen Punkten auf Umsetzbarkeit zu prüfen und für geplante Aktionen Verantwortliche festzulegen. Was nicht realisierbar ist, müsse eben herausfallen. Es zeigt sich wieder einmal, dass man auch die besten Ideen immer bis ganz zu Ende denken muss. Ich bin mir sicher, die Studierenden lösen die Probleme, und freue mich darauf, den fertigen Stand auf der ITB zu besuchen.

Entwurf HWR auf der ITB

Fotos: Sylke Schumann, HWR Berlin (oben), Präsentation Studierte Weltenbummler

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