EXPO2017, Deutscher Pavillon
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EXPO 2017: Mit „made in Germany“ die Erde schützen

Der Deutsche Pavillon auf der EXPO 2017 in Kasachstan

EXPO 2017: Hier finden die Besucher den Deutschen Pavillon / © National company “Astana EXPO-2017”„Energie der Zukunft“, das ist das Leitmotiv der kommenden Weltausstellung in der kasachischen Hauptstadt Astana. 110 Nationen werden an dieser ersten Weltausstellung in Zentralasien teilnehmen. Sie präsentieren vom 10. Juni bis zum 10. September 2017 ihre Lösungen für die größte Herausforderung der Menschheit. Deutschland ist mit dabei und stellt sich als weltoffenes und sympathisches, aber auch als innovationsfreudiges Gastland vor. Mit ihrem EXPO-Motto „Energy on Track“ zeigt die Bundesrepublik, dass die viertstärkste Wirtschaftsnation der Erde nach der Energiewende von 2008 auf dem richtigen Weg ist. Denn erfolgreiche Ökonomie und nachhaltige Ökologie können, ja, dürfen und müssen sich auch nicht gegenseitig ausschließen.

Thema Energie – wichtig wie eh und je

Vor der Frage, warum Energie eine so bedeutende Rolle für unser Leben heute spielt, begeben wir uns doch einmal auf eine kurze Zeitreise: Als die Menschen vor rund 11.000 Jahren begannen, sesshaft zu werden, lebten auf der Erde rund 5 Mio. Menschen. Sie bauten erst Hütten, dann Häuser, Siedlungen und schließlich Städte. Vor etwa 5.500 Jahren entstand die erste Großstadt und heute ist Tokio mit rund 38 Mio. Einwohnern die größte Stadt der Erde. Je größer die Städte wurden und je mehr Menschen dort lebten, desto mehr mussten sie sich damit beschäftigen, wie sich dieses Zusammenleben organisieren lässt. Wie sieht das Leben von morgen aus? Wie werden wir wohnen? Welche Verkehrsmittel werden wir in Zukunft nutzen? Und woher kommt also die Energie für all das? Antworten auf diese und andere Fragen gibt der Deutsche Pavillon auf der EXPO 2017. Hier werden Ideen und Innovationen rund um die Erzeugung, Speicherung und Verteilung von nachhaltiger Energie anhand konkreter Praxisbeispiele vorgestellt.

Deutscher Pavillon: Energiewende „made in Germany“

EXPO 2017: Die mehrstöckige Fassade des Deutschen Pavillons ist weithin sichtbar / © insglück, gtp2, macSchon von weitem erkennt der Besucher den mehrstöckigen Deutschen Pavillon im Norden des EXPO-Geländes an seiner klaren Glas-Fassade. Mit einer Grundfläche von rund 1.250 Quadratmetern zählt er zu den größten auf dem EXPO-Gelände. Dahinter, auf einer Ausstellungsfläche von 1.700 Quadratmetern, zeigt Deutschland, was es zur zukünftigen Energieversorgung der Erde beitragen kann – und schon beiträgt.

EXPO 2017: Kurz hinter dem Eingang zum Deutschen Pavillon präsentieren sich die deutschen Bundesländer / © insglück, gtp2, mac

Bevor der Besucher jedoch den Pavillon betritt, trifft er in der Eingangspassage auf die deutschen Bundesländer. Schautafeln und kurze Filme informieren dort über deren Projekte zur regenerativen Energiegewinnung und schlagen die Brücke hin zu ihren touristischen Sehenswürdigkeiten. Ein kluger Schachzug, denn so können sich die Besucher mit Deutschland und seiner Vielfalt vertraut machen sowie erste Einblicke in das Pavillon-Thema gewinnen: die Energiewende „made in Germany“.

Wie der Name ‚Intro’ schon sagt, ist dies die erste Station im Deutschen Pavillon. Aus der globalen Perspektive erfahren Besucher hier viel über die Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht. Jahrtausende lang hatten Menschen ihre Energie aus Feuer, Wind und Wasser bezogen bis sie fossile Brennstoffe wie Kohle und Öl entdeckten und schließlich Atome spalteten. Das alles ging zu Lasten der Natur und führte schließlich zu einem Klimawandel, dem es nun zu trotzen gilt – eine weltweite Aufgabe, die nur mit grundsätzlichem Umdenken und neuen Technologien zu lösen ist. Mit faszinierenden Naturaufnahmen zeigt Deutschland hier, welches enorme Energiepotenzial in regenerativen Energieträgern steckt.

Antippen auf der Karte der Zukunft

EXPO 2017: Karte der Zukunft im Deutschen Pavillon – Infotainment mit Smartstick  / © insglück, gtp2, macBetreten die Besucher dann den ersten Ausstellungsraum, treffen Sie dort auf fünf Exponate aus den Themen Windkraft, Solarenergie, Wasserkraft, Geothermie und Biomasse. Information und Interaktion und Unterhaltung – so lässt sich Wissen spielerisch und unterhaltsam vermitteln. Deshalb hatten die Besucher bereits beim Eintritt einen so genannten Smartstick erhalten. Mit diesem Stift, der auf die Sprache des jeweiligen Besuchers eingerichtet wurde, lässt sich auf dem gesamten Rundgang durch den Pavillon in den Exponaten allerhand aktivieren, steuern und speichern: ein Windpark samt Kontrollzentrum, ein Solarpark mit neuesten Solarzellen, eine Wasserturbine und virtuelle Bohrungen zur Gewinnung von Erdwärme. Selbst wie ein modernes intelligentes Stromnetz funktioniert, welche Faktoren dort wirken und wie es sich – ganz ohne fossile Energieträger – ausbalancieren lässt, können die Besucher spielerisch in einer Gruppe auf dem ‚Smart Grid‘ ausprobieren.

EXPO 2017: Stadt der Zukunft – Deutsche Forschung und Industrie zeigen ihr Potenzial  / © insglück, gtp2, macEinblick in die Stadt der Zukunft

Mobilität, Energiegewinnung und -effizienz, Ressourcenschonung – das sind die Kernthemen im zweiten Ausstellungsraum des Deutschen Pavillons. Alle Exponate zeigen hier, was Deutschlands Industrie und Forschung bereits geleistet haben oder zu leisten im Stande sind. Im Exponatfeld Elektromobilität beispielsweise wird über dessen Vorzüge für die Energiewende informiert, Fahrzeuge und Technologien sowie deren technische Eigenschaften erläutert. Häuser können schon heute mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen. Wie das funktioniert, wird im Exponat ‚Effizienzhaus Plus‘ gezeigt. Apropos Haus: Dass Algen nicht nur im Meer vorkommen und wie sie das Alltagsleben jedes Einzelnen sichtbar verändern können, das zeigt das originalgetreue Modell eines Algenbioreaktors in Form einer ‚Algenfassade‘. Wasserreinigung, Wärmegewinnung und Algenschaum als Biomasse zur Herstellung von Lebensmitteln und Kosmetika – all das ist schon heute keine Zukunftsmusik mehr, sondern bereits in einem realen Haus in Hamburg möglich.

EXPO 2017: Energy Show – 40 Besucher erleben ein multimediales Finale  / © insglück, gtp2, macIt’s showtime

Wie auch schon auf der Expo Milano 2015 endet der Rundgang durch den Deutschen Pavillon mit einem Show-Teil, hier in Astana heißt er „Energy-Show“ und findet in einem zwölfeckigen Raum ohne Tageslicht statt. Jeweils 40 Besucher versammeln sich dort um einen runden Projektionstisch. EXPO 2017: Energy Show – Smartpoints einlösen und die Show im Deutschen Pavillon kann beginnen  / © insglück, gtp2, macErst werden die Smartsticks der Besucher ausgelesen und die Smartpoints aller Besucher zusammengeführt, dann wird damit die fünfminütige spektakuläre Lasershow aktiviert. Natürlich ist auch sie mit einer deutlichen Botschaft verbunden: Jeder ist selbst ein wesentlicher Treiber der Energiewende. Mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen können die Menschen gemeinsam die Welt zum Besseren verändern.

Wer hat’s erfunden?

Ausgedacht hat sich das Konzept für den Deutschen Pavillon für die EXPO 2017 in Astana die Arbeitsgemeinschaft insglück, gtp2 architekten und mac. Sie hatten sich im Jahr 2016 vor einer Auswahlkommission gegen sieben weitere Bewerber durchgesetzt. Das Trio überzeugte seinerzeit mit ihrem „herausragenden ganzheitlichen Entwurf (…), der die Herausforderungen und Möglichkeiten der Energiewende aus einer globalen, lokalen und individuellen Perspektive betrachtet“. Der AUMA war Mitglied dieser Kommission, der auch Vertreter von Bundesministerien, Bundesländern, Verbänden und Fachgremien angehörten sowie die Hamburg Messe und Congress GmbH als Durchführungsgesellschaft.

Der Countdown läuft

In den kommenden Wochen steht für das gesamte Expo-Team noch Einiges an Arbeit auf dem Terminplan, aber man ist mit allem gut in der Zeit. Bis Ende Mai werden die Arbeiten am Deutschen Pavillon abgeschlossen und die Exponate installiert sein. Dann kommt auch das Personal für den Pavillon nach Astana, wird komplett neu eingekleidet und wird sich in den verbleibenden zehn Tagen intensiv auf seine Aufgabe vorbereiten. Spannung und Vorfreude sind jetzt schon groß und werden noch deutlich steigen bis die Weltausstellung am 10. Juni 2017 ihre Tore öffnet für die Besucher aus aller Welt.

 

Links

Deutschland

Deutscher Pavillon auf der EXPO 2017
Durchführungsgesellschaft Hamburg Messe
insglück Gesellschaft für Markeninszenierung
mac die messeexperten
gtp2 Architekten

NDR-TV-Beitrag über Astana, die Expo und den Deutschen Pavillon (Minute 10 bis 12:30)

Kasachstan

National company “Astana EXPO-2017”
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Weitere Beiträge in unserer Reihe zur EXPO Astana:

EXPO-Astana-2017-AUMA-BlogErstmals findet eine Weltausstellung in einem zentralasiatischen Land statt. Vom 10. Juni bis zum 10. September 2017 werden in der kasachischen Steppe rund fünf Millionen Besucher erwartet. Geschichten rund um die EXPO im fernen Astana lesen Sie hier – darunter die Historie der kleinen Weltausstellung ab den 30er Jahren. [mehr]

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