Home > Schlagwort ‘Aus- und Weiterbildung’ > Seite 2

Dach+HOLZ, GHM
Beitrag gefällt 10 Personen

Handwerk live – von Auszubildenden für Schüler

Viele Handwerksbetriebe suchen heute Auszubildende – häufig vergebens. Bürojobs – welcher Art auch immer – erscheinen den meisten Schülern attraktiver. Aber wie kann das Handwerk demonstrieren, welche Vielfalt von Berufen es gibt und wie die Praxis aussieht? Man kann ja schlecht Schulklassen von Betrieb zu Betrieb befördern oder von Baustelle zu Baustelle. Aber zum Glück gibt es ja Messen, und zwar nicht nur Fachmessen für das Bäcker- oder Elektrohandwerk, sondern auch regionale Publikumsmessen. Wie so etwas dort funktionieren kann, zeigte kürzlich beispielhaft die Kreishandwerkerschaft Fulda auf der dortigen Trendmesse. Rund ein Dutzend Handwerksberufe wurden von Auszubildenden vorgestellt; die Zielgruppe waren Schüler aus der Region, die sich ansehen konnten, wie ein Dachdecker arbeitet oder ein Kfz-Handwerker. Sogar den Transport der rund 1.000 interessierten Schüler hatte die Handwerksorganisation übernommen. Auch wenn vermutlich nicht jeder „bekehrt“ wurde, viel anschaulicher und konzentrierter lassen sich Berufe wohl kaum vermitteln. Und nebenbei sieht auch noch der „normale“ Messebesucher, was das Handwerk der Region alles kann.

Foto: DACH+HOLZ International, GHM

Messewissenschaft
Beitrag gefällt 13 Personen

Messewissen gesucht? Jetzt im Messelexikon nachschlagen!

Was ist eigentlich die vielzitierte Umschlaghäufigkeit in der Messewirtschaft? Gibt es eine Definition von „Leitmesse“? Was verbirgt sich hinter den AUMA-Klassifizierungen von Messen, den Kategorien regional, national oder international? Welche Kriterien liegen den Kennzahlen der FKM, der Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen zugrunde? Antworten auf diese Fragen bietet der AUMA jetzt auf seiner Webseite im Messelexikon an, das häufig verwendete Begriffe der Messewirtschaft erklärt. Es richtet sich an Berufseinsteiger und Studierende ebenso wie an Branchenexperten.

Ein besonderer Nutzen der Begriffsammlung liegt in der Möglichkeit, vertiefende Literatur zu den Suchwörtern direkt in der Deutschen Messebibliothek recherchieren zu können. Über die Funktion „Später lesen“ kann außerdem eine persönliche Leseliste erstellt, gespeichert und gedruckt werden. Über Permalinks sind die Einträge des Messelexikons auch auf externen Seiten verlinkbar.

Das Messelexikon des AUMA geht mit rund 100 Begriffen an den Start, soll aber durch Anregungen der Nutzer weiter wachsen und auch inhaltlich weiterentwickelt werden. Haben Sie Anmerkungen zu den Begriffen oder Vorschläge für weitere Einträge? Wir freuen uns über eine Mail an lexikon@auma.de.

Zum Messelexikon

didacta 2013
Beitrag gefällt 10 Personen

Young Professionals auf Messen – was ändert sich?

Für die Deutsche Messebibliothek hat der AUMA vor kurzem eine US-amerikanische Studie mit dem Titel „2014 Young Professional Attendee Needs and Preferences Study“ bezogen. Die Studie wurde vom Center for Exhibition Industry Research (CEIR) durchgeführt und von der Society of Independent Show Organizers (SISO) unterstützt. Befragt wurden 300 junge Arbeitnehmer im Alter von 23-40 Jahren, die mindestens ein Jahr in Vollzeit tätig und in Einkaufsentscheidungen für ihr Unternehmen eingebunden waren. Ein weiteres Kriterium für die Teilnahme an der Befragung war der Besuch mindestens einer Business-to-Business-Messe in den zurückliegenden zwei Jahren.

Das Ergebnis zeigt, dass die Zielgruppe Young Professionals Fachmessen gegenüber sehr aufgeschlossen ist und sie als wichtigen Bestandteil beruflicher Entscheidungsfindung, aber auch persönlicher beruflicher Weiterentwicklung nutzt. Die Studie liefert darüber hinaus interessante Details über innerbetriebliche Abläufe bei der Entscheidung, ob jüngere Mitarbeiter Messen besuchen dürfen, beliebte Wochentage für solche Veranstaltungen, gewünschte Inhalte wie Vorträge und Rahmenprogramme sowie favorisierte Kommunikationswege mit dem Veranstalter vor, während und nach der Messe.

Können die Ergebnisse der Studie vom US-amerikanischen Messemarkt auf Deutschland übertragen werden? Das ist sicher nicht ganz einfach. Denn es gibt große Unterschiede in den Forschungsdesigns, die für den US-amerikanischen und den deutschen Markt notwendig sind: So spielen z.B. bei der CEIR-Befragung Klassifizierungen der Young Professionals nach „Career Attitudes“ eine Rolle, also die persönliche Motivationslage von Arbeitnehmern, beruflich etwas zu erreichen. Dies sind Kriterien, die in Befragungen zu Fachmessebesuchen hierzulande bisher keine Rolle spielen. Eine weitere Frage der Studie betraf persönliche „Education Objectives“, also das Interesse, zur persönlichen Weiterbildung an Fachmessen teilzunehmen. Wie die Studie zeigte, war das Interesse an Angeboten zur Wissensvermittlung bei den Befragten besonders groß.

In der in Kürze erscheinenden AUMA-Studie „Fachbesucher auf deutschen Messen“ wurde auch nach den Zielen der Fachbesucher für ihren Messebesuch gefragt. Weiterbildung liegt dort an vierter Stelle und ist damit ein sehr wichtiges Ziel. 48% der Befragten geben an, sich auf einer Messe (auch) weiterbilden zu wollen. Leider liegen für diesen Punkt keine Analysen nach Altersgruppen vor, so dass der AUMA derzeit keine Aussagen zu „Young Professionals“ machen kann.

Auf deutschen Fachmessen gewinnt derzeit die Ansprache jüngerer Zielgruppen deutlich an Bedeutung, vor allem aufgrund des sich abzeichnenden Fachkräftemangels. Das zeigt sich in der stärkeren Präsenz von Hochschulen und Bildungsträgern der Branchen auf Fachmessen, in veränderten Zielen von Ausstellern, bei denen Fachkräftegewinnung eine Rolle spielt (siehe AUMA_MesseTrend 2014) und den Aktivitäten von Veranstaltern, diesen Bedürfnissen mit Jobbörsen oder Rundgängen für Studierende etc. zu entsprechen. Fachmessen werden hier also mehr und mehr auch zu einem wichtigen Tool im Arbeitsmarkt. Dieser Aspekt spielte in der CEIR-Studie gar keine Rolle.

Aber wie sieht es mit der Ansprache von jüngeren Fachmessebesuchern in Deutschland aus?
Gibt es Beispiele, wie Veranstalter dabei besonders effektiv vorgehen?

CEIR 2014 Young Professional Attendee Needs and Preferences Study

Deutsche Messebibliothek

Foto: Koelnmesse, didacta 2013

Studierte Weltenbummler
Beitrag gefällt 12 Personen

Erfolgreiche Messebeteiligung: Gute Ideen zu Ende denken

Nach gut dreißig Jahren sitze ich Mitte Oktober 2014 wieder einmal in einem vollbesetzten Seminarraum unter Studenten in einer Hochschule. 56 Studierende des dualen Studiengangs „BWL/Tourismus“ der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) präsentieren heute ihr Konzept für die Teilnahme der HWR auf der Tourismusmesse ITB im März 2015. Sie haben sich selbst das Label „studierte Weltenbummler“ gegeben und sollen die Messebeteiligung mit allem, was dazu gehört, organisieren. Die Federführung bei diesem Projekt hat Prof. Jörg Soller, außerdem werden die Studenten von weiteren Dozenten unterstützt. Vorbereitet haben sie sich unter anderem in Seminaren zum Thema Projektmanagement, bei Experten aus der Praxis und durch einen Besuch beim AUMA.

Die Studierenden präsentieren ein Konzept wie aus dem Bilderbuch. In mehreren Arbeitsgruppen haben sie alle relevanten Aspekte abgedeckt: Beteiligungsziele definiert und Zielgruppen festgelegt, dazu Budget, Messestand, Pressearbeit, hochschulinternes und -externes Marketing und Sponsoring bedacht. Das Ganze präsentieren sie professionell und souverän. Viel Herzblut und Kreativität sind eingeflossen.

Bei der Gestaltung des Messestandes spielen alte Koffer aus Leder und Stoff eine zentrale Rolle. Tische und Stühle sollen aus Koffern aufgebaut, offene Koffer als Ablage genutzt werden, die Besucher sollen, zum Beispiel bei einem Gewinnspiel, mit den Koffern interagieren. Rund 20 Koffer werden dafür benötigt. Wie es virtuell aussehen könnte (Photoshop sei Dank), zeigt ein Chart in der Powerpoint-Präsentation. In der anschließenden Besprechung folgt der Reality Check zur Umsetzbarkeit: Wo bekommen wir die alten Koffer her? Vom Flohmarkt. 100 Euro sind dafür im Budget eingeplant. Die Universität braucht eine ordnungsgemäße, an sie adressierte Rechnung dafür. – Vor meinem geistigen Auge taucht gerade der Oberhaveler Bauernmarkt in Schmachtenhagen mit Trödelmarkt und Eierbahn auf – Damit können Flohmarkthändler sicher nicht dienen. Wer besorgt die Koffer? Wo bleiben die Koffer nach der Messe?

Professor Soller empfiehlt, das Konzept noch einmal in allen Punkten auf Umsetzbarkeit zu prüfen und für geplante Aktionen Verantwortliche festzulegen. Was nicht realisierbar ist, müsse eben herausfallen. Es zeigt sich wieder einmal, dass man auch die besten Ideen immer bis ganz zu Ende denken muss. Ich bin mir sicher, die Studierenden lösen die Probleme, und freue mich darauf, den fertigen Stand auf der ITB zu besuchen.

Entwurf HWR auf der ITB

Fotos: Sylke Schumann, HWR Berlin (oben), Präsentation Studierte Weltenbummler

Generation Y
Beitrag gefällt 15 Personen

Generation Y: Beim „War for Talents“ fließen Tränen

Auf dem eben zuende gegangenen Veranstaltungskongress MEXCON in Berlin lud der AUMA zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Generation Y und ihren Zukunftsperspektiven auf dem Arbeitsmarkt der Veranstaltungswirtschaft ein. Einen lebendigen Einblick in das Aufeinandertreffen der Generationen X und Y bot zum Einstieg ein kurzes Theaterstück der Theatergruppe Futur3 aus Köln. Dort gerieten eine junge Bewerberin mit großem Selbstbewusstsein aufgrund exzellenter Ausbildung und ein Personalchef, nicht ganz auf der Höhe der digitalen Zeit, in einem Zugabteil in ein Bewerbungsgespräch unter ungewöhnlichen Umständen. Die eingeladenen Experten und weitere Zuhörer beteiligten sich anschließend rege am Austausch über Erfahrungen mit den Potentialen und Problemen des Nachwuchses. Einige der hier zusammengefassten Thesen belegen die Bandbreite der Debatte – weitere Diskussionen und Lösungsansätze sollten folgen, darin waren sich alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen einig.

These 1
„Seit die Generation Y in den Unternehmen angekommen ist, wird dort viel mehr geweint.“, schilderte ein Teilnehmer zu Beginn der Podiumsdiskussion seinen Eindruck.  Die jungen Arbeitnehmer seien heute empathie- und kommunikationsfähiger, ihre Werteorientierung läge mehr auf dem persönlichen Lebensbereich, bestätigten weitere Redner. Mehr Kommunikation im Unternehmen führe auch zu mehr Emotion im Arbeitsleben. Die Herausforderung an das Management sei hier, Kommunikation als hohes Gut zuzulassen, ohne Blockierungen im Arbeitsablauf zu gestatten. Tränen gebe es aber auch, so ein weiterer Beitrag, weil die Fähigkeit zur Selbstkritik von Berufsanfängern abgenommen habe. Das durch Elternhaus und Ausbildungsinstitutionen aufgebaute große Selbstbewusstsein halte dem Arbeitsalltag, in dem auch kritisches Feedback zu verarbeiten sei, zuweilen nicht stand.

These 2
„An der langen Leine kommt die Generation Y zu mehr Leistung.“ Das war die Einschätzung einer Abteilungsleiterin einer Eventagentur. Zu einer zeitgemäßen Gestaltung des Arbeitsalltags in der Veranstaltungswirtschaft gehörten beispielsweise Vertrauensarbeitszeit, Freizeitausgleichsmodelle, eine Unternehmenskultur mit sozialer Einbindung und Respekt für erbrachte Leistungen, also z.B. keine Pitches ohne Honorar. Dann könnten Berufsanfänger sich und ihre in der Ausbildung erworbenen Fähigkeiten besonders gut einbringen und würden zu mehr Leistung motiviert. Problematisch fanden einige Diskussionsteilnehmer an diesem Ansatz, dass gerade bei Veranstaltungen unter Termindruck Leistung auf Abruf unbedingt vom Arbeitgeber einzufordern sein müsse. Es gebe also eine Diskrepanz zwischen durch Freiheiten herbeigeführter Motivation und hierarchisch regulierten Arbeitsprozessen. Hier mache jedoch häufig „der Ton die Musik“, sowohl bei jungen Arbeitnehmern als auch bei Arbeitgebern. Wer nicht führen wolle, wolle nicht selten auch selbst nicht geführt werden, so ein weiterer Beitrag zu diesem Thema.

These 3
„Flexibilität und Partizipation sind wichtige Faktoren für die Generation Y, in der Ausbildung und den Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft.“ Für Prinzipien wie “Erst säen, dann ernten” oder “Lehrjahre sind keine Herrenjahre” hätten junge Berufsanfänger heute keine Geduld mehr, kristallisierte sich aus einigen Diskussionsbeiträgen heraus. Immer im Blick sei die Kosten-Nutzen-Relation eines Engagements in Ausbildung und Beruf. Zwar gebe es durchaus Einsteiger mit Karrierewünschen. Vielen fehle jedoch die Bereitschaft, sich auf ein Mentorensystem einzulassen, sie wünschten einen schnelleren Zugriff auf das Wissensmanagement in Unternehmen. Eine andere Meinung hierzu war, dass es immer weniger Mentoren in Unternehmen gebe, die sich verantwortlich mit dem Nachwuchs beschäftigen wollten. Gute Erfahrung habe man aber mit Projekten wie “Walking-in-your-shoes” gemacht, bei denen der Nachwuchs für einen Tag den Posten des Vorgesetzten übernehme und so eine realistische Einschätzung der Anforderungen an eine Führungskraft und die eigenen Fähigkeiten erhalte.

These 4
„Die Veranstaltungswirtschaft sollte sich mehr in die Ausbildung einbringen.“ Als hinderlich bei der Integration junger Talente in die Arbeitswelt der Veranstaltungswirtschaft erschien in der Debatte der jeweilige Tunnelblick bei Theorie und Praxis zwischen Hochschulabsolventen und dem Tagesgeschäft von Veranstaltern und Agenturen. Wichtig sei einerseits, Praktiker mit langer Berufserfahrung zu respektieren, andererseits sollte der akademische Input von Einsteigern genutzt werden, um eingeschliffene Verfahren in Unternehmen zu optimieren. Insgesamt seien Ausbildungswege heute sehr lang, duale Studiengänge fanden bei den Podiumsgästen einhellig große Zustimmung.

 Fazit:
„Um welche Leistung geht es heute bei Veranstaltungen?“ – Einig war man sich in der Diskussionsrunde, dass in der Veranstaltungsbranche der Weg zum Ziel eher nachrangig sei, es zähle das Ergebnis, nämlich eine gelungene Veranstaltung ohne organisatorische Mängel und mit zufriedenen Auftraggebern und deren Kunden. Die Diskussion über den Nachwuchs für die Branche auf der MEXCON zeigte einmal mehr, dass die Generation Y vielfältig ist. Das Fehlen von Existenzängsten wie in früheren Generationen führe aber zu einer anderen Motivationslage und damit zusammenhängender Leistungsbereitschaft, so eine Meinung der Teilnehmer. Das Prinzip “Zähnezusammenbeißen“ werde im Beruf nicht mehr als zielführend erlebt, Motivation hänge stark vom erwarteten individuellen Nutzen ab. Der gesellschaftliche Wertewandel trage hierzu bei: Themen wie Nachhaltigkeit, Work-Life-Balance und Geschlechter- und Generationengerechtigkeit wirken sich auch auf die Arbeitswelt in der Veranstaltungswirtschaft aus.

Auf dem Podium diskutierten: Dr. Peter Neven (AUMA), Dr. Ursula Paschke (Halle Münsterland/EVVC), Jan Kalbfleisch (FAMAB), Heinz Küsters (Messe Düsseldorf), Iris Konetzky (Reed Exhibitions Deutschland), Vera Viehöfer (EREIGNISHAUS), Benjamin Reske (imagency eventmarketing & crossmedia e.K.), Marc Matern (Intercontinental Berlin); Moderation: Gabriela Dannenberg (MANAGING THE CHAOS)

Theatergruppe Futur3, Köln

Foto: Koelnmesse

Tectoyou Hannover
Beitrag gefällt 9 Personen

Messen: Lernorte für Schüler?

Kürzlich präsentierte die Nachwuchsinitiative Tec2You auf Facebook einen kurzen Überblick über ihre Aktivitäten im Rahmen der letzten CeBIT. Zu sehen waren junge Menschen, die sich über Berufe in der ITK-Branche informierten, Vorträgen lauschten, über das Messegelände geführt wurden und an Ständen mit Ausstellern sprachen. Die Tec2You wurde von der Deutschen Messe, der Initiative “Deutschland – Land der Ideen” sowie von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden als Initiative für den Techniknachwuchs in Deutschland ins Leben gerufen. Schülerinnen und Schüler können das Messegeschehen erleben und mit Arbeitgebern aus den Hightech-Branchen in Kontakt treten. So können sie direkt vor Ort ein Gefühl dafür bekommen, welche Aufgaben und welche Firmen der richtige Einstieg in die Berufswelt sein könnten.

Das Bemühen um den Nachwuchs gehört auch bei anderen Messeveranstaltern zum Programm. In München wird es zum Beispiel im Rahmen der Electronica 2014 einen Nachwuchstag für Schüler geben. Veranstalter ist hier der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Die Jugendlichen sollen Technik wirklichkeitsnah erleben und sich parallel über technische Berufe informieren können. Die Messe Berlin bietet für Kinder und Jugendliche auf einigen Veranstaltungen ein Schülerprogramm an. An Studenten und Hochschulabsolventen richten sich weitere, spezielle Angebote. Bei der Messe Stuttgart gibt es zur Reisemesse CMT einen Schultag, an dem der Eintritt für Schulklassen kostenlos ist. Schüler vor allem weiterführender Schulen erhalten die Möglichkeit, ihr Wissen in geographischer und kultureller Hinsicht zu vertiefen. Auch die Leipziger Buchmesse bietet Schülern und Lehrern besondere Informationen und Möglichkeiten an, die Messe zu besuchen.

Was aber ist das Besondere am Lernort Fachmesse? Zum einen wird der Arbeitskräftemangel für viele Branchen zu einem immer drängenderen Thema. Die jährlich durchgeführte Umfrage des AUMA_MesseTrend, bei der das Messeverhalten von ausstellenden Unternehmen für das jeweils kommende Jahr abgefragt wird, ergab zuletzt 2013, dass die Bedeutung von Personalgewinnung als Messeziel in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Deshalb kann das Bemühen von Messeveranstaltern um jugendliche Messebesucher als zusätzlicher Service für die Aussteller bewertet werden, der unter Umständen in Zukunft noch wichtiger werden wird.  Zum anderen kann auf Messen aber auch Wirtschaft als übergreifendes Thema erlebt und für Schüler anschaulich gemacht werden. Nirgendwo sonst können Themen wie Marketing von Unternehmen, Internationalität von Märkten oder Wettbewerb so lebendig zum Gegenstand des Ökonomieunterrichts gemacht werden. Aus diesem Grund bietet der AUMA Lehrern und Dozenten eine Unterrichtsreihe für Messen im Wirtschaftsunterricht an. Herausgeber sind das Institut für Ökonomische Bildung in Zusammenarbeit mit dem Institut der Deutschen Messewirtschaft im AUMA. Die Reihe Praxiskontakt Messen hat vier Teile, die sich mit Messen im Marketing-Mix, Unternehmen in globalen Märkten und den Themen Wettbewerb und Strukturwandel auf Märkten beschäftigen. (Foto: Tec2You/Deutsche Messe AG)

Imagefilm zur Tec2You

Kostenlose Unterrichtsreihe Praxiskontakt Messen

Deutsche Messebibliothek
Beitrag gefällt 10 Personen

Wozu braucht die Messebranche eine Bibliothek?

Häufig kommen Besucher, die einen Termin im AUMA wahrnehmen, bei einem Rundgang durchs Haus auch in die Messebibliothek. Dann herrscht oft Überraschung über die schönen Räumlichkeiten und die große Literatursammlung dort: eine echte Schatzkammer für Messe-Experten und den Branchennachwuchs!

Warum eine Bibliothek? Kann man nicht alles googlen? Schön wäre es vielleicht. Aber Messeliteratur in Form von Büchern ist dünn gesät und die Inhalte sind oft nicht digital verfügbar. Das gilt auch für wissenschaftliche Arbeiten zu Messethemen. Besonders das Zeitschriftenarchiv der Bibliothek bietet große Vorteile: wo sonst kann man aktuelle Fachartikel zu bestimmten Schlagworten recherchieren und beziehen? Die Deutsche Messebibliothek des AUMA umfasst die größte Sammlung von Fachliteratur zum Thema Messe in Deutschland. Die Bibliothek bietet deshalb das aktuelle Fachwissen, um mit Trends und neuen Herausforderungen im Tagesgeschäft professionell umgehen zu können. Zum anderen ist sie ein Ort, an dem sich Messegeschichte recherchieren lässt. So ist die Bibliothek ein Begegnungsort für die Branche und die Messewissenschaft geworden.

Unterstützt werden Studierende, Lehrende, Veranstalter, Journalisten und Consultants und andere Interessierte bei der Suche nach geeigneten Veröffentlichungen und Antworten auf Fragen rund um die Themen Messen, Kongresse, Events und Live-Kommunikation. Die Nähe zu den Fachbereichen des AUMA und ihren Ansprechpartnern bietet die Möglichkeit zu unkompliziertem direktem Austausch. 2013 wurden in der Bibliothek etwa 260 Besuche gezählt und über 600 Rechercheanfragen beantwortet.

Über den Messe-Fokus hinaus hält die Bibliothek eine Auswahl an allgemeiner Literatur zu Marketing, Werbung, Vertrieb und Außenhandel vor. Außerdem werden dort Messekataloge und historische Fotos gesammelt. Es gibt zwei Kopierer und drei Internetarbeitsplätze, die Besuchern kostenlos zur Verfügung stehen und natürlich eine persönliche Beratung.

Im Bibliotheksbestand kann online recherchiert und eine Ausleihe von Titeln per E-Mail angefragt werden. www.deutsche-messebibliothek.de
Persönliche Besuche bitte anmelden unter 030 24000-143 oder messebibliothek@auma.de
Aktuelle Meldungen gibt es auch auf Facebook

 

Messewissenschaft
Beitrag gefällt 8 Personen

AUMA verbreitet “Messewissenschaft” an Hochschulen

Das Institut der Deutschen Messewirtschaft im AUMA war in diesem Januar an zwei Hochschulen präsent: Hendrik Hochheim, AUMA-Referent für Messeforschung und Hochschulkontakte, besuchte die FH Münster und die TU Chemnitz, um dort Vorträge zu halten. Themen waren eine Einführung in die Messewirtschaft und der Stellenwert von Messen im Online-Zeitalter. Im Februar ist Bettina Rosenbach, AUMA-Referentin für Aus- und Weiterbildung, in die Best-Sabel-Hochschule Berlin eingeladen, wo Studenten Ergebnisse eines Projekts präsentieren, das in Zusammenarbeit mit dem Institut der Deutschen Messewirtschaft entstanden ist. Dabei geht es um den Stellenwert von Messen für das Hochschulmarketing.

Solche Vorlesungen und die Betreuung von Studentengruppen, die den AUMA in Berlin besuchen, sind ein wichtiger Aufgabenbereich des Instituts. Denn die Bedeutung von Messen als Wirtschaftsfaktor und Marketinginstrument muss nachkommenden Studentengenerationen immer wieder von Neuem erläutert werden. Bei diesen Gelegenheiten wird auch auf die vielfältigen Unterstützungsangebote hingewiesen, die Lernende und Lehrende im Institut der Deutschen Messewirtschaft erhalten können, angefangen von AUMA-Publikationen über kostenlose Lehrmaterialien bis hin zum Service der Deutschen Messebibliothek.

Ziel solcher Hochschulkontakte ist unter anderem, den Begriff „Messewissenschaft“ zu etablieren. „Wir haben den Begriff Messewissenschaft besetzt, weil wir damit zum Ausdruck bringen, dass sich eine systematische wissenschaftliche Beschäftigung mit der Messe lohnt und wir auch dazu das ausreichende wissenschaftliche Schrifttum bei der Deutschen Messebibliothek anbieten können“, erklärte Dr. Peter Neven, AUMA-Geschäftsführer in einem Interview in unserem Newsletter AUMA_Institut im Dezember 2013.

Weitere Informationen: www.messewissenschaft.de

Hannover Messe 1962
Beitrag gefällt 10 Personen

Messe – ein alter Hut?

Anhand von Messeprojekten lassen sich im Studium genau die Schlüsselkompetenzen vermitteln, die Absolventen später benötigen. Diese These vertrat kürzlich Petronella Verpoort auf der Bundesdekanekonferenz. Neben Fachwissen und Handlungskompetenz lassen sich in Messeprojekten vor allem die sogenannten weichen Kompetenzen wie Problemlösungs- und Sozialkompetenzen und interdisziplinäres Arbeiten erlernen. Die Dozentin für Didaktik und Methodik riet den Professoren, auch aus diesem Grund Messethemen wesentlich stärker in die Hochschullehre aufzunehmen.

Warum wird Messe dann nicht an allen Wirtschaftsfakultäten der Hochschulen gelehrt? Liegt das an den Professoren, die sich nicht an das Thema herantrauen? Oder ist die Messe „old fashioned“ und es werden eher die neuen hippen Instrumente betrachtet?
(Foto: Hannover Messe 1962)