Afrika im Fokus

Afrika im Fokus

Auf dem diesjährigen Messeseminar in Bern betonte Urs Ingold, CEO des Schweizer Veranstalters Starling Expo AG, in seinem Vortrag zum Entwicklungsmarkt Afrika die Möglichkeiten, die noch unbearbeitete europanahe Märkte bieten können, insbesondere für Veranstalter, die expandieren wollen und im heimischen Markt an Grenzen stoßen.

Die mangelnde regionale wirtschaftliche Integration vieler sich entwickelnder Staaten erschwert den Export oftmals in diese Länder. Dennoch ist auch die deutsche Wirtschaft dabei, die Exportchancen in diese Länder auszuloten. Einige Branchen wie etwa die Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie zeigen z.B. verstärktes Interesse an Märkten in der Subsahara, insbesondere in Kenia und anderen Staaten Ostafrikas.

Aber auch deutsche Veranstalter sind auf dem Weg nach Afrika. So stellt die Messe Düsseldorf zusammen mit der Starling Expo AG mit der Messe FPPE – Food Processing & Packaging Exposyum in Nairobi/Kenia im November 2013 erstmals eine auf das Land zugeschnittene Plattform bereit. Im September 2013 veranstaltet die Messe München die erste bauma Africa in Midrand bei Johannesburg. Bisher haben sich rund 70 deutsche Aussteller für den Pavillon des Bundeswirtschaftsministeriums auf dieser Messe angemeldet. Damit wird diese Beteiligung eine der größten der Bundesrepublik in Afrika sein und zeigen, wie groß das Interesse der deutschen Wirtschaft am Markt Afrika sein kann. Ist dieses Afrika-Engagement nur ein Hype oder doch nachhaltig?
(Foto: Pixelio/Ulla Trampert)

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5 Kommentare

  1. Afrika

    Ein sehr interessants Thema und gewiss noch kein Hype. Ich denke, Afrika ist messe spezifisch ein weißer Fleck auf der Weltkarte. Ein Blick auf die AUMA Datenbank zeigt für 2013 137 Messeveranstaltungen, die sich auf Süd-Afrika und nordafrikanische Länder konzentrieren wobei gerade Kairo oder Tunis als Messestandorte derzeit leider ausfallen. Themen, wie Messegelände und Messeorganisationen stehen noch ganz am Anfang. Ein Grundproblem ist, dass dieses Thema (Messen) in der Entwicklungshilfe im Kontext Hilfe zur Selbsthilfe, das heißt Vermarktung nationaler Produkte im In-und Ausland via Messen, kaum in Betrachtung gezogen wird (siehe Aid for Trade der EU). Ich denke hier gibt es noch eine Menge an Aufklärungsarbeit zu leisten, was Länderkunde, Sicherheitslage, Wirtschaftsentwicklung der einzelnen Länder, Messegelände und Messeorganisationen vor Ort angeht. Ich weiß nicht, ob es soetwas gibt, aber vielleicht sollte AUMA über eine Arbeitsgruppe Messen in Afrika nachdenken und einen Know How Center begründen.

  2. Vielen Dank, Herr Traeger!
    In der Tat – „Hype“ ist sprachlich etwas hoch gegriffen ;-)
    Aber es gibt ein gestiegenes Interesse an Afrika auf der Aussteller- und der Veranstalterseite.
    Das chinesische Engagement zeigt seit Jahren, dass Afrika auch wirtschaftlich Beachtung verdient.
    Die Marktbedingungen innerhalb des Kontinents sind höchst unterschiedlich, wenn man etwa das moderne Messegelände in Kapstadt mit anderen jahrmarktähnlichen Freigeländen Zentralafrikas vergleicht.
    Das aktuelle Interesse wird bereits in AUMA-Gremien artikuliert, wenn es auch bisher kein Regional-Forum „Afrika“ gibt.
    Wir werden das Thema allerdings in bestehenden Arbeitskreisen sicher verstärkt aufgreifen und Meinungen sowie erste Erfahrungen austauschen.
    Auch die Außenwirtschaftsagentur des Bundes GTAI, der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft, IHKs und nicht zuletzt die Branchenfachverbände leisten hier wichtige Aufklärungsarbeit.
    Beim „Wirtschaftstag der Botschafterkonferenz“ am 27. August 2013 im Auswärtigen Amt wird es einen eigenen Workshop „Neue Märkte Afrikas“ geben.
    Es tut sich was…

  3. Kontroverses Afrika

    Vielen Dank für die Kommentare.

    Als XCOM Africa haben wir in den letzten Tagen und Wochen vermehrt das Potential in Afrika für das Thema Messe betrachtet. Dabei zeigen sich sehr widersprüchliche Ergebnisse. Im Bereich „Food Processing“ und „Agriculture“ ist das Potential in Afrika sehr hoch, jedoch gibt es hier kaum eine Messe zu diesem Thema. Das Potential der Medizintechnik dagegen ist sehr gering (Deutschland exportierte nur Waren im Wert von 300 mio € in 2012 nach ganz Afrika) es gibt aber fast 15 Messen zu diesem Thema in Afrika.

    Wir sind der Meinung, dass sich Messeveranstalter einen guten Überblick in Afrika verschaffen müssen und dabei vor allem Wachstumsmärkte identifizieren. Zum Beispiel sehen wir ein sehr großes Potential im Bereich Retail in Nigeria, Finanzthemen wie mobile payment oder auch Infrastruktur. Dabei gilt es jetzt strategisch Messen für die Zukunft zu platzieren.

  4. Mit 17 Messen für die Medizintechnik und 11 Agrartechnikmessen in 2013 sind für den afrikanischen Markt zwar auf den ersten Blick relativ viele Veranstaltungen für die Gesundheitswirtschaft in der Messedatenbank des AUMA gelistet. Allerdings ist diese Betrachtung rein auf den Fachmessemarkt gerichtet. In Afrika haben aber außerdem die 21 ebenfalls für 2013 gelisteten Universalmessen mit ihrem breiten Branchenspektrum weiterhin große Bedeutung.

    Diese Messen sind oftmals aus Landwirtschaftsmessen hervorgegangen und decken diesen Sektor in der Regel nach wie vor mit ab. Insofern relativiert sich die Zahl der Fachmessen für die Agrartechnik angesichts der tatsächlichen Exportplattformen für diesen Sektor nicht unerheblich.

  5. Dear Marco,

    Thank you for your post, it is very interesting topic, Africa with more than one billion inhabitants, is increasingly recognized as an interesting trade partner. The countries from Africa are very important suppliers with the raw materials for countries like China and India to sustain their growth. International trade fair organizers are aware of these trade movements as well and interested to develop trade fairs in sectors like mining, ICT/telecommunication, energy, food, fishing/agriculture and tourism. As in most of the new markets it would be recommended to be supported by reliable local partners that are aware of the market and its characteristics.

    Some European countries have also very good business ties in Africa due to long term trade relations, good example is Portugal with its institutional and business ties in Angola and Mozambique. I can also mention that Croatian and SE European companies have very positive experience in participating in trade fairs in Morocco (agriculture) and Lybia (construction), it helped them a lot in entering local markets and establishing new business contacts.

    It will be interesting to monitor future developments of the trade fair industry in Africa, I’m positive that there will be more international trade fair players interested to enter the African market soon.

    Best regards,

    Berislav

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