Roboter feiert 100. Geburtstag

„Hallo! Sie tragen einen roten Pullover. Der ist sehr schön,“ ertönt eine freundliche, etwas blecherne Stimme. „Vielleicht möchten Sie noch einen roten Pullover kaufen? In der dritten Etage finden Sie unser Pullover-Angebot für diese Saison…“ Ein kleiner weißer Roboter mit übergroßen dunklen Augen in einem kindlichen Gesicht steht am Eingang eines Kaufhauses, rollt auf einzelne Kunden zu und spricht sie an. Science Fiction? Nicht ganz. Den Roboter gibt es schon, er heißt Pepper, wurde von einem französisch-japanischen Unternehmen entwickelt und 2014 erstmals vorgestellt. Aber er steht noch nicht in Warenhäusern, sondern war bisher vor allem auf Messen zu sehen.

Foto: „Robot“ , der erste künstliche Maschinenmensch wurde von seinem Erfinder, dem englischen Ing. Kapitän W.H. Richards zum ersten Male der Öffentlichkeit im Wintergarten in Berlin vorgeführt. Foto: Bundesarchiv / Georg Pahl, 1930

 

Die Idee der menschenähnlichen Maschine ist recht alt, die des Roboters genau 100 Jahre: Erstmals verwendet wurde das Wort 1921. Den vom tschechischen „robota“ (,Fronarbeitʻ) abgeleiteten Ausdruck verwendete der tschechische Autor und Journalist Karel Čapek erstmals in seinem am 25. Januar 1921 uraufgeführten Theaterstück R.U.R. (Rossumʾs Universal Robots). Darin geht es um die Erfindung von künstlicher Intelligenz. Der „Maschinenmensch“ hat als Roboter seitdem die fiktionalen Medien in äußerst fruchtbarer Weise inspiriert – von „Frankenstein“ über „Terminator“ und „R2-D2“ bis zu den heutigen Androiden. Die Robotik, also die Wissenschaft von der Konstruktion von Robotern, ist heute Teilgebiet der Elektrotechnik, Informatik, Mechatronik oder des Maschinenbaus. Und obwohl industrielle Innovationen aus der Robotik heute längst nicht mehr dem Menschen nachgebildet werden, haben humanoide Maschinen an Anziehungskraft nicht verloren.  So ist Pepper, der niedliche maschinelle Rat- und Handgeber, auf seinen Messetouren regelmäßig der Besuchermagnet. In Europa wurde Pepper erstmals am 24. Mai 2016 auf der Innorobo in Lyon präsentiert. Seitdem wurde der Siegeszug des kleinen Androiden über die weltweiten Technologiemessen erst durch die derzeitige Corona-Pandemie aufgehalten. Dabei eignet sich Pepper auch in Pandemiezeiten perfekt zur Aufklärung und Übernahme von Routinefragen – ohne Ansteckungsrisiken versteht sich. Mit Pepper könnten Messen auch in Corona-Zeiten hoffentlich wieder zu ihren wichtigsten Funktionen zurückkehren: Plattformen bieten für Innovationen und Technologien zum Anfassen und Ausprobieren.

Fotos: Pepper und andere seiner Roboterkollegen ziehen auf Messen stets große Aufmerksamkeit auf sich, so auf der Preview der HANNOVER MESSE 2020 zur Messebeteiligung von Festo und auf der IFA Special Edition 2020 (Foto oben).

 

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