Endlich wieder Grüne Woche: Eine Messe für Nachhaltigkeit in allen Facetten

Die Internationale Grüne Woche hat Tradition in Berlin. Im Januar 2023 findet sie nach den Messeverboten der Corona-Pandemie endlich wieder in den Hallen am Funkturm statt – zum 87. Mal. Die Farbe Grün trägt die Messe schon lange im Namen. Gegründet 1926 im Berlin der Goldenen Zwanziger, ist sie als Leitmesse für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau national wie international etabliert. Wie sieht das in den Grünen Zwanzigern des 21. Jahrhunderts aus? Aussteller aus aller Welt präsentieren an zehn Veranstaltungstagen ihre Produkte. Auch aktuelle gesellschaftliche Fragen wie Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und nachhaltige Landnutzung haben ihren festen Platz auf der Messe. Die Internationale Grüne Woche bietet zusätzlich den Rahmen für das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA). Das GFFA ist eine internationale Konferenz zu zentralen Zukunftsfragen der weltweiten Land- und Ernährungswirtschaft. Höhepunkt ist ein Treffen von über 70 Agrarministerinnen und -ministern. Ist die Grüne Woche eine nachhaltige Messe? Christine Franke, Pressesprecherin der Internationalen Grünen Woche bei der Messe Berlin, spricht über die Details. Die Fragen stellte Julia Tornier vom Kommunikationsteam im AUMA.

Liebe Frau Franke, warum ist die Grüne Woche grün?

Christine Franke: Ihren Namen hat die „Grüne Woche“ Lodenmänteln zu verdanken. Als die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts ihre Wintertagungen in Berlin abhielt, bestimmten eine Woche lang grüne Kleidungsstücke das Bild der Stadt. Durch den zunehmenden Handel rund um die Veranstaltung verknüpfte man die Tagung 1926 erstmals mit einer landwirtschaftlichen Ausstellung am Berliner Kaiserdamm in Charlottenburg. Die „Grüne Woche“ war geboren – der Begriff stammte wohl von Journalisten. Mit der wachsenden Bedeutung von Klimaschutz, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit bekommt das “grün” im Namen mittlerweile eine doppelte Bedeutung.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit auf der Messe thematisch, aber auch ganz konkret in der Durchführung?

Christine Franke: Von Klimaschutz über vegane Lebensmittel bis zur Ressourcenschonung und nachhaltigen Landnutzung – das Thema Nachhaltigkeit steht auf der Grünen Woche im Fokus. Ein zentraler Anlaufpunkt ist die neue Themenwelt grünerleben. Die Aussteller informieren unter anderem zum natürlichen Klimaschutz und ökologischer Landwirtschaft. Den defekten Toaster reparieren lassen oder aus der alten Jeans etwas Neues schneidern – das geht im Re-Use Superstore. Viele Mitmachaktionen bringen den Messegästen hier den Trend „Wiederverwenden statt Wegwerfen“ näher. Aus wiederverwendetem Messebaumaterial können Besucherinnen und Besucher sogar ein Little Home für Obdachlose bauen – wobei wir beim Thema Ressourcenschonung wären.

Die Messe Berlin sensibilisiert ihre Aussteller zu einem möglichst nachhaltigen Umgang mit Materialien. Unser Dienstleister lagert beispielsweise verschiedene Holzelemente und Stallungen aus der Tierhalle jedes Jahr ein, damit sie im nächsten Jahr wiederverwendet werden können. Gleiches geschieht mit verlegten Gangläufern in den Hallen. In der Zukunft wird sich unser Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit sogar noch über die Messehallen hinaus erstrecken. Auf den Hallendächern plant die Messe Berlin in den nächsten Jahren, die größte Photovoltaik-Anlage Berlins zu errichten.

Und welche Rolle spielt die gesellschaftliche Debatte um Nachhaltigkeit auf der Messe?

Christine Franke: Die Grüne Woche steht als Bühne allen Themen rund um Landwirtschaft und Ernährung offen. „Bio“ gibt es auf der Messe seit den 1990ern. Beim letzten Live-Event haben sich Lebensmittelretter wie Too good to go oder die Klima-Bewegung Fridays for Future vorgestellt. 2023 zeigt der Anbieter FairCup, wie wir als Gesellschaft zu einem Mehrwegsystem kommen können. Das ist nur eines von vielen, vielen Beispielen und Aktionen unserer Aussteller rund um das Thema Nachhaltigkeit. Die neuesten Infos rund um Nachhaltigkeit auf der Grünen Woche finden Sie auch in unserem Blog.

Foto: Messe Berlin

 

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