Warum ist der Neustart der Messen jetzt wichtig?

Um die Möglichkeit, in der Corona-Pandemie wieder Messen durchführen zu können, ist hart gerungen worden. AUMA-Geschäftsführer Jörn Holtmeier spricht über die Hintergründe, die Sicherheit von Messeteilnehmern und wie die Wirtschaft vom Messe-Neustart profitieren kann.

Herr Holtmeier, seit September finden wieder Messen statt. Wie war der Weg dahin?

Jörn Holtmeier: Messen gelten schon seit Mai 2020 wegen ihrer spezifischen Eigenschaften als Plattformen für Geschäftsbeziehungen und nicht als Großveranstaltungen wie Volksfeste, Jahrmärkte, Sport- oder kulturelle Großereignisse. Ihre Durchführung mit besonderen Hygiene- und Abstandsregeln ist von den Bundesländern rechtlich geregelt worden. Auf dem Weg dahin haben wir mit Unterstützung unserer Mitglieder zahlreiche Gespräche auf verschiedensten politischen Ebenen geführt. Messeveranstalter haben auf Grundlage dieser Regeln Konzepte zum Gesundheitsschutz erarbeitet, die dann jeweils behördlich genehmigt wurden. Anfang September konnte nun ein ganze Reihe von Messen fast gleichzeitig starten.

Wie können Aussteller und Besucher sicher an einer Messe teilnehmen?

Jörn Holtmeier: Die modernen Messegelände in Deutschland verfügen über optimale Voraussetzungen, um Sicherheitskonzepte umzusetzen. Viele deutsche Veranstalter haben außerdem in den letzten Wochen bereits Messen im Ausland durchgeführt und verfügen schon über praktische Erfahrungen mit der coronagerechten Umsetzung. Der AUMA hat zudem Handlungsempfehlungen für Aussteller zu baulichen Aspekten, organisatorischen Maßnahmen und Hygiene zusammengestellt. Ausgefeilte Abstands- und Hygienekonzepte an den jeweiligen Messestandorten ermöglichen einen sicheren Messebesuch. Für das Verhalten bei der Anreise und auf der Messe gelten die bereits aus dem Alltag bekannten Regeln, die jeder verantwortungsvoll beachten sollte.

Warum ist es so wichtig, dass Messen jetzt wieder starten?

Jörn Holtmeier: Aufgrund der wirtschaftlichen Krise durch Corona brauchen Unternehmen jetzt besonders effektive Möglichkeiten, ihre Geschäfte wieder anzukurbeln. Messen sind als multifunktionelle Marketinginstrumente unschlagbar darin, Unternehmen schnell bei der Generierung von Geschäftskontakten zu helfen. Viele Aussteller haben uns zurückgemeldet: Messen können nicht oder nur eingeschränkt durch digitale Tools ersetzt werden. Messen haben sich historisch schon oft als wichtige Helfer in Krisenzeiten erwiesen. Ich bin davon überzeugt, dass die Messewirtschaft in Deutschland zu einem dringend notwendigen wirtschaftlichen Aufschwung beitragen wird. Bei meinen ersten Messebesuchen und Gesprächen mit Ausstellern habe ich klar mitgenommen, Messen werden geschätzt und benötigt.

 

Weitere Informationen zum Coronavirus, rechtlichen Regelungen der Bundesländer, Hygienekonzepten der Messeveranstalter und zur sicheren Messebeteiligung für Aussteller.

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Ein Kommentar

  1. Messe Neustart

    Ja – Messen sind wichtig …
    Sie ersetzen weder Hybrid noch Digital. Schmecken – riechen – sehen – fühlen – anfassen one-to-one Kommunikation.
    Selbst Digitalplattformen wie eine Gamescom als Hybridveranstaltung wurde von den Veranstaltern eher als enttäuschend gesehen, da zu wenig Besucher .
    Die Problematik liegt nicht in der Möglichkeit Messen durchzuführen.
    Alle bekannten Messegesellschaften haben inzwischen hervorragende Konzepte erarbeitet um eine Messe relativ sicher zu machen.
    Hygiene- und Abstandsregeln sowie Sicherheitskonzepte sind funktionsfähig erprobt. Hinzu kommt, dass ausstellende Unternehmen Sicherheitsvorschriften kommunizieren und umsetzen.
    Die Problematik internationaler Messeveranstaltungen liegt aus meiner Sicht in einem ganz anderen Bereich:
    – Messen leben von der Internationalität
    Es hilft dem Aussteller daher nicht, wenn seine Erwartungen in Bezug auf Kundenbesuche schon deshalb nicht erfüllt werden können, weil die internationalen Kunden ihre Länder nicht verlassen dürfen.
    – Inzwischen ist festzustellen, dass mehr und mehr Ausstellerfirmen ihre Teilnahme an zukünftigen Messen
    aus dem zuvor geschilderten- , aber auch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit absagen.
    Es wird die Unsicherheit bezüglich COVID19 als Grund angegeben, defacto liegen die Gründe jedoch vielmehr in:
    – Einsparungen im Bereich Reisen , Übernachtungen , Veranstaltungen und Messen/Kongresse.
    Großunternehmen erwirtschaften hier teilweise Kosteneinsparungen im 3-stelligen Millionenbereich p.A.
    – ein anderer wesentlicher Grund der Annullierung der Messeteilnahme ist das Verhalten der Mitbewerber. Nimmt ein sogenannter “ Global Player “ nicht teil , hat dies Sogwirkung auf die Branche und somit auf weitere Aussteller.

    Ich hoffe im Sinne aller, dass es bald wieder möglich sein wird Messen und Veranstaltungen sorgenfrei durchzuführen.
    Die Welt verändert sich und das ist gut so , weil sie das immer schon getan hat.
    Persönliche Kontakte sind jedoch unerlässlich – Digitalisierung allein schafft keine Emotionen… und Messen sind immer noch ein emotional gesteuerter Wirtschaftszweig .

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