Da für die Messewirtschaft! – Heike Schöttle behält den Überblick im Ausland

Das Coronavirus hat die Messen besonders hart getroffen. Der AUMA, der Verband der deutschen Messewirtschaft, ist nah am Puls der Branche und arbeitet an der bestmöglichen Unterstützung. In einer Reihe stellen wir Kolleginnen und Kollegen vor und berichten über ihre Erfahrungen jetzt in der Coronakrise.

Heike Schöttle ist AUMA-Referentin im Bereich Globale Märkte. Sie beobachtet Messemärkte im Ausland und berichtet über Entwicklungen, die für Unternehmen aus Deutschland wichtig sind.

Hallo Frau Schöttle, welche Messemärkte betreuen Sie und worauf liegt dabei der Fokus?

Heike Schöttle: Ich beobachte eine ganze Reihe an Messemärkten: Zum einen die westeuropäischen mit den für deutsche Unternehmen wichtigsten Handelspartnern Frankreich, Niederlande, Großbritannien und Italien. Zum anderen die Entwicklungen in den Messemärkten Nordafrikas, des Nahen Ostens und Südasiens mit Indien und Pakistan.

Zurzeit liegt ein spezieller Fokus darauf, wo zu welchen Umständen und Bedingungen Messen wieder stattfinden. Insbesondere die europäischen Länder sind dabei von Bedeutung.
Nicht zu kurz kommen sollte allerdings auch die Beobachtung der Veränderungen in allen Märkten, wie Zusammenschlüsse von Messegesellschaften, nationale und internationale Akquisitionen, das Zusammenlegen oder auch das Einstellen von Messen, der Umgang mit dem Digitalisierungsschub in der Branche, Investitionen und Veränderungen an Messegeländen. Grundsätzliche Fragen sind: Wie sehen die Marktdaten aus? Wer sind die größten Akteure am Markt? Gibt es deutsche Veranstalter vor Ort? Welche Messen sind für deutsche Aussteller besonders relevant? Das alles sind nur einige der Faktoren, die für die Bewertung eines Messemarktes relevant sind. Das Wissen aus Recherche, Netzwerken und eigenen Auswertungen behalte ich natürlich nicht für mich, sondern gebe es in unsere Kommunikationskanäle wie den Newsletter AUMA Compact und Social Media, berate am Telefon oder persönlich und stelle Mitgliedern Informationen auf Anfrage zusammen.

Wie entwickelt sich aktuell das Auslandsmesseprogramm?

Heike Schöttle: Ja, das Auslandsmesseprogramm ist ein Schwerpunkt meiner Arbeit, in den die Marktkenntnisse einfließen. Und gleichzeitig verbessert die Beschäftigung mit dem Auslandsmesseprogramm die Marktkenntnisse. Denn in diesem Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) sind meine Kolleginnen Christine Zander, Natalja Winges und ich eng eingebunden in die Umsetzung der einzelnen German Pavilions in den Regionen unserer jeweiligen Zuständigkeit. Ziel dabei ist, den deutschen Ausstellern eine passende, finanziell unterstützte und möglichst optimal ausgestaltete Beteiligung innerhalb eines Gemeinschaftsstandes unter dem Label „made in Germany“ zu ermöglichen. Hierzu stehen wir im Austausch mit den Branchenverbänden, die die jeweilige Beteiligung unterstützen, mit dem BMWi und Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sowie den Durchführungsgesellschaften.

Zahlreiche German Pavilions mussten aufgrund der Pandemie abgesagt werden. Teilweise fanden und finden die Messen auch gar nicht statt oder werden durch eine digitale Alternative ersetzt. Positiv ist: Derzeit werden es jeden Monat mehr German Pavilions, die tatsächlich durchgeführt werden können. In manchen Ländern wie etwa China werden die Stände mit lokalem Personal besetzt, in anderen wie den Vereinigten Arabischen Emiraten reisen sowohl das Projektteam als auch die Aussteller durchaus aus Deutschland an. Die Anzahl der Aussteller je Beteiligung hat sich während der Pandemie verringert. Das ist sicherlich eine Folge der Unsicherheit bei den Unternehmen bzgl. Reise- und Quarantäneregeln und der Entwicklung von Inzidenzwerten und möglicher Maßnahmen. Wenn eine Messe zur Überbrückung nur digital stattfindet, kann eine Beteiligung durchaus trotzdem gefördert werden. Voraussetzung hierfür ist, dass der jeweilige Branchenverband eine Teilnahme an dem digitalen Format unterstützt.

Welche Dienstleistungen bietet der AUMA derzeit außerdem für deutsche Aussteller im Ausland? 

Heike Schöttle: Zum einen informieren wir natürlich mit unserer Datenbank über weit mehr als 4.000 Messen im Ausland. Aufgrund oftmals auch kurzfristiger Terminverschiebungen ist es derzeit jedoch zu empfehlen, sich immer auch beim Veranstalter zu versichern, dass die Messe wie geplant stattfindet. Mit dem Qualitätssiegel „German Trade Fair Quality Abroad (GTQ)“ kennzeichnen wir die Auslandsmessen von Veranstaltern aus dem Mitgliederkreis des AUMA und des Veranstalterverbandes FAMA, der wiederum Mitglied im AUMA ist. Es unterstreicht, dass sie sich an den Standards führender internationaler Messen in Deutschland orientieren. Darüber hinaus informieren wir über weitere Unterstützungsmöglichkeiten für Aussteller auf Auslandsmessen durch den Bund oder durch die Bundesländer.

Kontakt: Heike Schöttle h.schoettle@auma.de

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